Adsorption
Anlagerung von Molekülen oder Partikeln aus einer fluiden Phase an einer
festen Oberfläche.

AOX
An Aktivkohle adsorbierbare organische Halogenverbindungen.
BSB5
Biochemischer Sauerstoffbedarf in 5 Tagen.
Der BSB ist diejenige Menge an Sauerstoff, die für den oxidativen Abbau der im
Wasser enthaltenen organischen Stoffe durch Mikroorganismen im aeroben Milieu
innerhalb eines bestimmten Zeitraumes (5 Tage) verbraucht wird.
Der BSB wird in mg/L O2 angegeben.

Calcium Ca2+
Die Erdkruste besteht zu 3,6% aus Calcium (fünfthäufigstes Element). In der
Natur kommt es als Kalk, Gips, Dolomit, Anhydrit, Apatit und Flußspat vor.
Ein erwachsener Mensch hat einen täglichen Calciumbedarf von etwa 800 mg.
Calcium ist wichtiger Bestandteil für den Knochenbau und Fettstoffwechsel. Eine
Blutgerinnung findet nur in Gegenwart von Calcium statt.
Kalkstickstoff, Calciumoxid und Kalk werden als Düngemittel eingesetzt,
Kalkstickstoff wirkt gleichzeitig herbizid, d.h. unkrautvernichtend.
Bei der Trinkwasseraufbereitung werden Calciumcarbonat und Calciumhydroxid zur
Entsäuerung und Aufhärtung verwendet.
Calcium ist ein wesentlicher Bestandteil der Wasserhärte.
Kohlenstoffdioxidhaltige Grundwässer erfahren auf kalkhaltigem Untergrund eine
Aufhärtung. Die Lösung von Calciumcarbonat hat Auswirkungen auf den pH-Wert
und die Pufferkapazität des Wassers. Nach der Trinkwasserverordnung sind
Calciumcarbonat-(Calcit-)gesättigte Wässer zu verteilen. Calcium ist an der
Ausbildung einer schützenden Schicht im Leitungsrohr beteiligt. In übersättigten
Wässern kann es vor allem im Warmwasserbereich zu Ausfällungen und damit zu
Rohrverkrustungen kommen.
Grenzwert TrinkwV: 400 mg/L Ca

Chlor
Die Verbreitung von Krankheiten über das Trinkwasser hatte in der
Vergangenheit teilweise verheerende Folgen und muss daher unbedingt vermieden
werden. Chlor ist ein preiswertes Desinfektionsmittel, das zudem seinen Vorteil
gegenüber anderen Mitteln in der Depot-Wirkung hat und somit auch noch im
Rohrnetz desinfizierend wirkt. Als ausreichende Einwirkungszeit werden 15 bis 30
Minuten angesehen. Durch die unterschiedliche Oxidationswirkung der
verschiedenen Zustandsformen des Chlors nimmt die Desinfektionswirkung mit
steigendem pH-Wert ab. Für die Trinkwasseraufbereitung sind Chlor, Natrium-,
Calcium- und Magnesiumhypochlorit sowie Chlorkalk ausschließlich zur
Desinfektion zugelassen. Nach Abschluss der Aufbereitung soll im Trinkwasser ein
Restgehalt von mindestens 0,1mg/l freiem Chlor nachweisbar sein, es darf aber höchstens
eine Menge von 0,3 mg/L freies Chlor enthalten. Als Reaktionsprodukte dürfen
bei der Desinfektion nicht mehr als 0,01 mg/L (10 µg/L) Trihalogenmethane
enthalten sein.
Die Bildung von unerwünschten Nebenprodukten lässt sich vermeiden, indem die
Chlordosis nicht höher gewählt wird als zur Desinfektion notwendig ist und die
organischen "Vorläufersubstanzen" vorher durch geeignete
Aufbereitungsschritte entfernt werden.
Bei der Verwendung von Chlor sind spezielle Sicherheitsvorschriften zu beachten
(abgetrennte Lagerräume, Warnanlagen usw.).

Chlorid Cl-
Chloride sind in der Natur vor allem als Natriumchlorid (Kochsalz),
Kaliumchlorid und Calciumchlorid weit verbreitet. Zu etwa 0,05% kommen Chloride
in der Erdkruste vor.
Der Mensch nimmt mit der üblichen Nahrung täglich zwischen 3 und 12 g Cl-
(entsprechend 5 - 20 g NaCl) auf. Die Ausscheidung erfolgt über Niere und
Schweiß.
Durch herkömmliche Wasseraufbereitungsverfahren lassen sich
Chloridkonzentrationen nicht senken. Es bedarf hierfür Verfahren der Entsalzung
(Umkehrosmose, Ionenaustausch, Destillation). Durch Zugabe von chloridhaltigen
Flockungsmitteln oder Salzsäure zur pH-Wert - Korrektur wird die
Chloridkonzentration im Wasser erhöht. Gehalte über 250 mg/L können dem
Wasser einen salzigen Geschmack verleihen, Konzentrationen über 500 mg/L werden
als unangenehm empfunden.
Chloride fördern die Korrosion von Beton, Eisen und Aluminium.
Grenzwert TrinkwV: 250 mg/L Cl

CSB
Chemischer Sauerstoffbedarf.
Der CSB ist die Menge an Sauerstoff, die zur chemischen Oxidation der
oxidierbaren Wasserinhaltsstoffe benötigt wird.
Der CSB wird ebenso wie der BSB in mg/L O2 angegeben. Da mit dem CSB
auch biologisch nicht abbaubare Substanzen erfasst werden, ist der CSB-Wert
einer Probe i.d.R. höher als deren BSB-Wert.

Dissoziation, elektrolytische
Wasser ist das universelle und beste natürliche Lösungsmittel für viele
Stoffe, z.B. Salze und Gase. Es stellt für alle biologischen Systeme das
Transportmittel für diese Stoffe dar, ist also an jeder Nahrungskette und jedem
Stoffwechsel maßgeblich beteiligt.
Reines Wasser H2O liegt natürlicherweise nirgendwo auf der Erde vor,
denn durch den Kontakt mit Luft, Boden oder Gesteinsarten werden mehr oder
weniger viele Stoffe in verschiedenen Konzentrationen aufgenommen.
Wird ein Elektrolyt -ein Salz, eine Säure oder eine Base- in
Wasser gegeben, löst er sich auf und zerfällt dabei mehr oder weniger in seine
Bestandteile, in Ionen (grch. "wandernde Teilchen").
Man spricht von der elektrolytischen Dissoziation.
Die negativ geladenen Ionen wandern im elektrischen Feld zur positiven Anode -
sie heißen deshalb Anionen -, die positiv geladenen zur
negativen Kathode - man nennt sie aus diesem Grund Kationen.
Auch das Wasser selbst dissoziiert in sehr geringer Menge in H+ -
Kationen und OH- - Anionen. Die Lösung ist aber weiterhin nach außen
elektrisch neutral.

DOC
Dissolved organic carbon. Gelöster organisch gebundener Kohlenstoff.

Eisen Fe2+, Fe3+
Mit einem Anteil von 7% ist Eisen das vierthäufigste Element in der
Erdkruste. Man nimmt an, dass der Erdkern überwiegend aus Eisen besteht. In
sauerstoffarmen Grundwässern werden in Abhängigkeit von der
Bodenbeschaffenheit 10 mg/l und mehr Eisen gefunden.
Für Menschen ist Eisen ein essentielles Element. Es spielt eine wichtige Rolle
im Stoffwechsel und in der Atmungskette. Eisenmangelzustände sind in der Bevölkerung
weit verbreitet. Der durchschnittliche tägliche Bedarf an Eisen beträgt etwa
15 mg.
In Rohwässern gelöstes (zweiwertiges) Eisen wird bei der
Trinkwasseraufbereitung durch Oxidation in die (dreiwertige) unlösliche Form überführt
und durch Filtration abgeschieden. Dabei sind die Filterlaufzeiten von der
Eisenkonzentration im Rohwasser abhängig. Eisensalze werden in der
Wasseraufbereitung als Flockungs- und Fällungsmittel eingesetzt.
Wird in Wasserleitungen aus Stahl oder Gusseisen die Schutzschichtbildung gestört,
kommt es zur Korrosion. Eisen geht überwiegend als Rost in das Trinkwasser über
und verleiht ihm eine rotbräunliche Färbung und Trübung. In Leitungen mit großen
Stagnationszeiträumen kann bei der ersten Abnahme auch eine bräunliche Färbung
auftreten. Die Leitung muss zunächst gespült werden.
Grenzwert TrinkwV: 0,2 mg/L Fe

Enteisenung
Als Enteisenung wird die Wasseraufbereitung zur weitgehenden Entfernung von
gelöstem Eisen bezeichnet. Dabei wird das gelöste Eisen zunächst durch
Oxidation (z.B. mit Luftsauerstoff) in eine schwerlösliche Form überführt und
dann in einem Filter oder Absetzbecken zurückgehalten.
Die Enteisenung wird häufig in Kombination mit einer Entmanganung durchgeführt.

Enthärtung
Die Minderung der Gesamthärte im Wasser durch entsprechende
Aufbereitungsverfahren wird als Enthärtung bezeichnet. Als Verfahren kommen die
Schnell- und die Langsamentcarbonisierung, als auch der Ionenaustausch in
Betracht. Neueste Untersuchungen befassen sich mit der Enthärtung durch
geeignete Membranverfahren.
Die Härte eines Wassers kann auch durch Mischung herabgesetzt werden. Hierbei
ist allerdings zu beachten, dass durch die Mischung auch das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht
(KKSG) verändert, und somit u. U. eine zusätzliche Aufbereitung notwendig
wird.

Entmanganung
Unter Entmanganung versteht man die weitgehende Entfernung des gelösten
Mangans aus einem Wasser. Ähnlich der Enteisenung wird auch hier eine
Abscheidung durch Überführung der gelösten Form in eine schwerlösliche Form
mittels Oxidation erreicht. Im Gegensatz zur Enteisenung wird die Oxidation
durch Sauerstoff allein nicht oder nur sehr langsam durchgeführt. Die
katalytische Mithilfe von manganoxidierenden Bakterien ist hier notwendig.

Entsäuerung
Die Anhebung des pH-Wertes durch geeignete Aufbereitungsverfahren wird als
Entsäuerung bezeichnet. Hier stehen physikalische (Belüftung zum Austrag von
gelöstem Kohlenstoffdioxid) und chemische (Dosierung von alkalisch reagierenden
Stoffen bzw. Filtration über alkalisch reagierende Materialien) Verfahren zur
Verfügung.

Fällung
Ausscheidung schwer löslicher Verbindungen aus Lösungen.

Flockung
Erzeugung sichtbarer und abtrennbarer Flocken.

Gesamthärte
Als Gesamthärte wird die Summe der Stoffmengenkonzentrationen der
Erdalkali-Ionen im Wasser bezeichnet.
Als wesentliche Bestandteile vieler Wässer sind hier die Calcium- und
Magnesium-Ionen von Bedeutung. Die übrigen Ionen der Erdalkaligruppe liegen im
allgemeinen in nur unbedeutender Konzentration im Wasser vor.
Nach § 8 des Waschmittelgesetzes sind Wasserversorgungsunternehmen verpflichtet,
den Verbrauchern den Härtebereich des vom Wasserversorgungsunternehmen
abgegebenen Trinkwassers mindestens einmal jährlich auf geeignete Art
bekannt zugeben. In § 7 des Gesetzes sind die Härtebereiche spezifiziert.

HACCP
Hazard Analysis Critical Control Points
Das aus der Lebensmittelhygiene stammende Prinzip kann zur Sicherstellung der
Trinkwasserqualität eingesetzt werden. Es besteht aus drei Schritten:
1. Gefahrenanalyse und -Bewertung
2. Identifikation von Kontrollpunkten für als wesentlich bewertete Gefahren zur
Minimierung des Risikos.
3. Sicherstellung, dass die Kontrolle wirksam ausgeführt wird.

Härtebereich
Nach § 7 des Waschmittelgesetzes werden Wässer unterschiedlicher Gesamthärte
in 4 Härtebereiche eingeteilt:
Die Ionenaustauscher sind selektiv, d.h. sie tauschen bestimmte Ionen bevorzugt
aus.

Kalium K+
Als siebthäufigstes Element ist Kalium mit 2,6% in der Erdkruste vertreten.
In Grundwässern sind K+ -Ionen meist in viel geringeren Mengen
enthalten als Na+ -Ionen, da Kalium ein bedeutender Pflanzennährstoff
ist.
Der menschliche Bedarf an Kalium beträgt etwa 2 - 3 g pro Tag.
Wirkungen auf die Wasseraufbereitung und auf das Rohrnetz sind bei Kalium nicht
bekannt.
Grenzwert TrinkwV: 12 mg/L K (geogen bedingte Überschreitungen bleiben bis zu
einem Grenzwert von 50 mg/L außer Betracht)

Kalk-Kohlensäure- Gleichgewicht (KKSG)
Mit dem Begriff "Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht" (KKSG) wird das
chemische Gleichgewicht in wässriger Lösung zwischen den Ionen der Kohlensäure
(Hydrogencarbonat, HCO3- und Carbonat, CO32-),
dem Kohlenstoffdioxid (CO2) und dem Calciumcarbonat (CaCO3)
beschrieben. Dieses Gleichgewicht bestimmt wesentlich den kalkabscheidenden oder
kalklösenden Charakter eines Wassers.
Praktisch findet das KKSG in der Analysenkontrolle, bei korrosionschemischen
Beurteilungen, bei Mischungsrechnungen und bei der Planung / Auslegung von
Aufbereitungsanlagen zur Entsäuerung Anwendung.
Die exakte mathematische Beschreibung des KKSG ist aufgrund der zwei
Dissoziationsstufen der Kohlensäure und zahlreicher Komplexierungsreaktionen
sehr umfangreich.

Karbonathärte
Die Karbonathärte ist der Anteil der Gesamthärte (berechnet aus den
Calcium- und Magnesiumgehalten), welcher als Hydrogencarbonat HCO3-
vorliegt. Sie kann aus der Säurekapazität eines Wassers errechnet werden, wird
in °dH angegeben.
Karbonathärte und Säurekapazität geben das Puffervermögen eines Wassers
wieder.

Kupfer
Kupfer ist mit 0,0007% an der Erdkruste beteiligt. Der Werkstoff Kupfer wird
bei der Produktion von z.B. Kabeln, Rohrleitungen und Behältern eingesetzt. In
Gewässern wirkt Kupfersulfat in Konzentrationen ab 0,1 mg/L algizid. Erhöhte
Kupferkonzentrationen bewirken grünliche Abscheidungen an Armaturen und
Installationen (z.B. Wasch- oder Toilettenbecken).
Richtwert TrinkwV: 3 mg/L Cu
(der Richtwert gilt nach Stagnation von 12 Stunden. Innerhalb von 2 Jahren nach
der Installation von Kupferrohren gilt der Richtwert ohne Berücksichtigung der
Stagnation. Der Werkstoff Kupfer ist in Abhängigkeit von der Wasserqualität
nur entsprechend dem Stand der Technik zu verwenden oder einzusetzen.)
Zur Eignung von Kupferrohren für die Trinkwasserinstallation möchten wir hier
auf die Presse-Information Nr. 03/98 des Umweltbundesamtes
verweisen.

Leitfähigkeit, elektrische
Die elektrische Leitfähigkeit von Wässern beruht auf deren Gehalt an
ionogen gelösten Stoffen. Sie ist Abhängig von der Konzentration, der
elektrochemischen Wertigkeit, der Ionenbeweglichkeit und dem Dissoziationsgrad
der gelösten Elektrolyte.
Die Leitfähigkeit gilt als Maß für die Ionenkonzentration der im Wasser gelösten
Stoffe, gibt allerdings keinen Aufschluss über die einzelnen
Spezieskonzentrationen. Die Messwerte werden auf eine Bezugstemperatur (i.d.R.
25°C) umgerechnet angegeben.

Magnesium Mg2+
Magnesium ist mit 2,1% an der Erdkruste beteiligt (achthäufigstes Element).
Magnesium ist essentieller Pflanzennährstoff und somit auch in vielen Düngemitteln
enthalten. Das basische Magnesiumcarbonat dient als Pudergrundlage und Füllstoff.
Nach Calcium ist Magnesium wesentlichster Bestandteil der Wasserhärte. Bei der
Entsäuerung von Trink- und Brauchwasser mit Magnesiumverbindungen erfolgt eine
Aufhärtung des Wassers. Der Gleichgewichts-pH-Wert eines Wassers kann bei der
Aufbereitung mit magnesiumhaltigen Filtermaterialien überschritten werden, ein
Kalkabscheidendes Wasser entstehen.
Der tägliche Magnesiumbedarf eines Erwachsenen beträgt etwa 325 mg. Magnesium
ist im Körper in den Knochen, Skelettmuskeln, im Nervensystem und in der Leber
zu finden.
Grenzwert TrinkwV: 50 mg/L Mg (geogen bedingte Überschreitungen bleiben bis zu
einem Grenzwert von 120 mg/L außer Betracht)

Mangan Mn2+, Mn4+
Mangan ist Bestandteil einer Vielzahl von Erzen und kommt in Der Erdkruste zu
0,18% vor. Es tritt häufig in eisenhaltigen Grundwässern auf; allerdings in
geringeren Konzentrationen als das Eisen.
Beim Menschen ist Mangan z.B. an der Regulierung des Kohlenhydrat- und
Cholesterinstoffwechsels beteiligt und spielt eine Rolle bei der Entwichklung
des Skeletts. Die Empfohlene Aufnahmemenge beträgt etwa 2 - 3 mg Mn pro Tag
(Nahrungsaufnahme, Schwarzer Tee).
Bei der Wasseraufbereitung wird Mangan ebenso wie Eisen durch Oxidation und
anschließender Filtration weitgehend entfernt. Manganabscheidende
Mikroorganismen unterstützen die Vorgänge im Filter. Nicht ausreichend
entferntes Mangan kann im Trinkwasser zu braun-schwarzen Trübungen führen.
Kaliumpermanganat ist ein nach TrinkwV zugelassener Stoff zur Oxidation und
Desinfektion von Rohrleitungen.
Geringe Mengen an Mangan führen über lange Zeiträume zu Ablagerungen im
Rohrnetz. Bei Betriebsumstellungen (andere Strömungsverhältnisse, Fließrichtungsumkehr,
Umstellung auf Fernversorgung durch ein unterschiedliches Wasser) können diese
Ablagerungen aufgewirbelt werden und zu den schon oben genannten Trübungen führen.
(Gefahr der Wiederverkeimung bei Ablagerung von organischen Stoffen mit dem
Mangan, "Nährboden").
Grenzwert TrinkwV: 0,05 mg/L Mn

Natrium Na+
Die Erdkruste besteht zu 2,6% aus Natrium (sechsthäufigstes Element).
Meerwasser enthält ca. 10,5 g/L Na. Die Empfohlene Menge für die tägliche
Zufuhr von Natrium liegt bei 2 - 3 g (Mindestbedarf), die durchschnittlich mit
der Nahrung aufgenommene Menge zwischen 5 und 20 g pro Tag [L1].
Natrium ist das Gegenion zu Calcium- und Magnesium- bei der Enthärtung über
Ionenaustausch. Wirkungen auf die Wasseraufbereitung und auf das Rohrnetz sind
bei Natrium nicht bekannt.
Grenzwert TrinkwV: 200 mg/L Na

Nitrat NO3-
Nitrat kommt im Boden als Produkt biologischer Prozesse vor. Pflanzen nehmen
Stickstoff in Form von Nitrat oder Ammonium als Nährstoff auf und entziehen ihn
so dem Boden. Bei landwirtschaftlich genutzten Böden wird dieser
Stickstoffverlust durch Düngung kompensiert. Nitrat kann in Form von Mineraldünger
oder organischem Dünger (Gülle, Mist usw.) aufgebracht werden. Durch intensive
Landwirtschaft verdreifachte sich in der Bundesrepublik der Verbrauch von Kunstdünger
innerhalb von 20 Jahren.
Während Stickstoff früher ein Mangelelement im Boden darstellte, liegt heute
infolge von Überdüngung eher ein Überangebot in Form von Nitrat vor, was in
Grundwässern zu zunehmenden Problemen führt. Stickstoffdüngung außerhalb der
Vegetationsperiode kann zum sprunghaften Anstieg der Nitratkonzentration im
Grundwasser führen.
Die durchschnittliche Aufnahme von Nitrat über Nahrungsmittel beträgt etwa 75
mg pro Person und Tag. Die Toxizität von Nitrat selbst ist relativ gering. Säuglinge
können bei erhöhter Nitrataufnahme durch die Nahrung gefährdet sein, weil
dadurch der Sauerstofftransport im Blut gestört werden kann. Dieses
Krankheitsbild ist bei eingehaltenem Grenzwert nach TrinkwV für Trinkwasser
praktisch bedeutungslos.
Die eigentliche Gefahr von Nitrat liegt bei einer möglichen Reduktion zu
Nitrit- im Organismus oder in nitrathaltigen Lebensmitteln bei längerer
Lagerung.
Mögliche Wasseraufbereitungsverfahren zur Nitrateliminierung sind der
Ionenaustausch oder die Umkehrosmose. Beide Verfahren wirken jedoch nicht
selektiv, d.h. auch andere, u.U. wichtige Wasserinhaltsstoffe werden entfernt
oder ausgetauscht. Die biologische Nitratentfernung wird in der Abwassertechnik
häufig eingesetzt.
Grenzwert TrinkwV: 50mg/L NO3-

Nitrit NO2-
Nitrit ist Bestandteil des Stickstoffkreislaufs im Boden und kommt als
Zwischenprodukt bei der Oxidation zu Nitrat oder Reduktion von Nitrat vor. Die
Umsetzung erfolgt meist in wenigen Stunden. Nitrithaltiges Pökelsalz wird in
der Lebensmittelindustrie verwendet.
Durchschnittlich nimmt jeder Erwachsene 3,3 mg/Tag Nitrit auf, davon etwa 50%
aus Fleischerzeugnissen.
Mit in Lebensmitteln vorkommenden Aminen können aus Nitrit kanzerogene
Nitrosamine entstehen.
Grenzwert TrinkwV: 0,1 mg/L NO2-

PAK
Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe
(engl. Polynuclear Aromatic Hydrocarbons, PAH)
PAK sind Produkte der unvollstä:ndigen Verbrennung von organischem Material.
Sie sind somit nicht nur in Abgasen zu finden, sondern auch in gegrillten und
geräucherten Lebensmitteln.
Nach TrinkwV werden folgende 6 Substanzen erfaßt, für die ein summarischer
Grenzwert gilt:
Benzo(b)fluoranthen, Benzo(ghi)perylen, Benzo(k)fluoranthen, Benzo(a)pyren,
Fluoranthen, Indeno(1,2,3-cd)pyren.
Grenzwert TrinkwV: 0,0002 mg/L, berechnet als Kohlenstoff

pH-Wert
Der pH-Wert ist der negative dekadische Logarithmus der auf die
Standardaktivität bezogenen Wasserstoff-Ionen-Aktivität a(H+).
Anmerkung: Näherungsweise wird statt der Wasserstoff- Ionen-Aktivität häufig
die Wasserstoff-Ionen-Konzentration c(H+) eingesetzt. Dies führt
allerdings schon bei geringsten Ionenstärken zu deutlichen Fehlern.

pHC-Wert
Der pH-Wert der Calcitsättigung. Dieser pH-Wert stellt sich ein, wenn ein
Wasser eine ausreichend lange Zeit mit Calciumcarbonat in der Modifikation
Calcit in Kontakt gebracht wird.
Der pHC-Wert kann sowohl experimentell als auch rechnerisch ermittelt
werden.

Regenerat
Bei der Regeneration von Filtermaterialien anfallende Stoffströme, in der
Regel Abwasser / Abfall.

Regeneration
Unter Regeneration versteht man die Wiederherstellung bestimmter chemischer
od. physikalischer Eigenschaften von Filtermaterialien durch thermische oder
chemische Behandlung.

Rückspülung
Unter Rückspülung versteht man in der Wasseraufbereitung die Reinigung
eines Filters durch Auswaschen in Entgegengesetzter Fließrichtung. Die Rückspülgeschwindigkeit
beträgt dabei ein vielfaches der Filtrationsgeschwindigkeit. Die im Filterbett
abgesetzten Stoffe werden durch die Rückspülung entfernt, das im Filterbett
enthaltene Material wird aufgelockert.

Sorbat
Sorbens mitsamt aufgenommenem Sorptiv (Adsorption).

Sorbens
Aufnehmende feste Phase bei der Adsorption.

Sulfat SO42-
Sulfatkonzentrationen im Grundwasser von über 30 mg/L können auf
Gipsvorkommen im Untergrund zurückzuführen sein.
Höhere Sulfatkonzentrationen machen sich geschmacklich nachteilig bemerkbar und
können die Korrosion fördern. Auch in der Bauwirtschaft ist der Sulfatgehalt
des Wassers von Bedeutung. Konzentrationen über 200 mg/L wirken sich negativ
auf die Haltbarkeit von Beton aus.
Grenzwert TrinkwV: 240 mg/L SO42- (geogen bedingte Überschreitungen
bleiben bis zu einem Grenzwert von 500 mg/L außer Betracht)

TIC
Total inorganic carbon. Gesamter anorganisch gebundener Kohlenstoff.

TOC
Total organic carbon. Gesamter organisch gebundener Kohlenstoff.
Der TOC ist die Summe des organisch gebundenen Kohlenstoffs in gelösten und
ungelösten Verbindungen.
