Zweckverband
Eislinger Wasserversorgungsgruppe         

                Neubau Sickergalerie                                                   
 


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Bilder Sickergalerie

 Stand:
01.01.2012

 


 

Neubau neue Wasserfassung (Sickergalerie)  im Jahre 2007

Der Neubau des Pumpwerk Süßen und der Wasserfassung wurde notwendig, da am derzeitigen Standort die neue Bundesstraße B 466/B10 (Ortsumfahrung Süßen ) geplant ist.
Um die geplante Straßenführung zu gewährleisten. muss vorab das Pumpwerk  (Bauabschnitt 1 -2005/2006) und die Wasserfassung "Sickergalerie" (Bauabschnitt 2 - 2007),  komplett verlegt werden.

Nach Fertigstellung ging das Pumpwerk Süßen mit Aufbereitung und Netzförderung  im Oktober 2006 in Betrieb.
Darauf folgten die Ausschreibungen für die neue Wasserfassung, im Februar 2007 erfolgten die Vergaben der kompletten Arbeiten für die Sickergalerie durch die Verbandsversammlung.

Baubeginn ist der 5.03.2007. Es wurden zwei Lose ausgeschrieben:
1. Los - Bau der Zuleitungen
( Wasserleitung, Strom, Fernmeldekabel zum Gewann Ferenbrunnen, Bau einer Baustraße zur Andienung der Großbaustelle "Sickergalerie".
2. Los - Bau der Sickergalerie mit Sammelbrunnen (Entnahmeschacht) und Technikgebäude.

Historie, Planung und Bau:

Standortsuche für die Verlegung der Sickergalerie

Die Verlegung der bisherigen Sickergalerie Pumpwerk Süßen (Baujahr 1934), mit welcher der Zweckverband  die Gemeinden Süßen und Salach mit Trinkwasser versorgt, wurde im Zusammenhang mit dem Neubau der B 466 / B10, Ortsumgehung Süßen notwendig, da die geplante Straße über die bestehende Sickergalerie führt.

In einer groß angelegten und Kostenintensiven Untersuchung aus dem Jahr 1984/1985 mit insgesamt 44 Probebohrungen und geophysikalischen Untersuchungen wurden verschiedene Standorte für die Verlegung des bestehenden Pumpwerkes Süßen vom Geologischen Landesamt Baden-Württemberg (dem heutigen Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg, im Regierungspräsidium Freiburg) untersucht.

Das Geologische Landesamt schloss mehrere Alternativstandorte aus und kam damals zu einem eindeutigen Standortvorschlag im Gebiet Ferenbrunnen zwischen Süßen und Gingen, wo zur Zeit die neue Sickergalerie gebaut wird. Die bisherige Form der Grundwasserfassung als Sickergalerie sollte beibehalten werden.

Vor den eigentlichen Bauplanungen wurde die Standorterkundung weiter konkretisiert und die beste Lage und notwendige Größe der Sickergalerie ermittelt

Beschreibung der neuen Sickergalerie

Der Grundwasserleiter am neuen Standort, aus dem die Sickergalerie das Grundwasser wie aus einem Brunnen entnehmen wird, reicht bis in 11,5 m Tiefe unter Gelände. Der natürliche Grundwasserspiegel liegt hier im Mittel in einer Tiefe von 5 m unter Gelände. Die Hauptwasserzutritte liegen jedoch im unteren Bereich des Grundwasserleiters, in einer Tiefe zwischen 7 und 11,5 m unter Gelände.
Die besondere Eignung des alten und neuen Standorts der Sickergalerie liegt an dem sicheren Grundwasservorkommen in der Umgebung des alten Wehrs zwischen Süßen und Gingen. Oberhalb dieses Wehrs wird das Grundwasser durch teilweise Versickerung der Fils angereichert. Durch diesen unterirdischen Zustrom wird der Wasserspiegel im Grundwasserleiter gestützt. So kommt es dazu, dass ca. 54 % des in der neuen Sickergalerie entnommenen Grundwassers aus der Zusickerung der Fils stammen. Die Grundwasserentnahme wird dadurch entsprechend unabhängig von Schwankungen der flächenhaften Grundwasserneubildung durch Niederschlag.

Beim Bau der neuen Sickergalerie wird zur Verlegung der Sickerleitung an der Sohle des Grundwasserleiters in ca. 10-11 m Tiefe ein nahezu wasserdichter Verbau aus Spundbohlen hergestellt, die in den Boden gerammt werden. Dadurch können die Arbeiten im Graben im Trockenen und unter dem Schutz der Verbauwände ausgeführt werden.

Trotz des Verbaus müssen allerdings noch geringe Wassermengen abgepumpt werden (kurzzeitige wasserrechtliche Genehmigung nur für den Bau der Fassung durch das LRA Göppingen), da die Spundwände im Wasserschutzgebiet nicht ganz wasserdicht hergestellt werden können. Zur Verringerung der erforderlichen Tiefe des Verbaus wurde zunächst ein Vorabtrag von 5 m Tiefe vorgenommen.

Die Sickergalerie besteht aus zwei Teilsträngen, die nacheinander hergestellt werden, damit der Eingriff in den Grundwasserhaushalt während der Baumaßnahme möglichst gering gehalten wird. Zusätzlich wird dadurch an dem notwendigen Verbaumaterial gespart, das aufgrund der hohen Stahlpreise zu Buche schlägt.

Die beiden Sickerstränge bestehen aus Edelstahlfilterrohren DN 300, die in ein Bett aus gewaschenem Kies gelegt werden. Die Sickerrohre münden in den zentralen Förderschacht, in dem später die Förderpumpe installiert wird.

Über den Sickersträngen wird zum Schutz gegen mögliche Verschmutzungen eine Abdichtung aus Ton aufgebracht. Darüber wird wieder bis zum ursprünglichen Gelände aufgefüllt und der sorgfältig abgetragene Mutterboden abschließend an gedeckt.

Auswirkungen der neuen Sickergalerie auf den Grundwasserhaushalt

Wenn die neue Sickergalerie die alte ablöst, wird sie genauso viel Wasser für die öffentliche Wasserversorgung entnehmen wie die alte Sickergalerie aus dem Jahr 1934. Dadurch ändert sich die Situation des Grundwasserhaushalts in der weiteren Umgebung der Trinkwasserfassung nicht. Entsprechende Untersuchungen und Berechnungen wurden in der Planungsphase durchgeführt.

Bei den vorliegenden natürlichen Grundwasserständen von 5 m unter Gelände und dem kiesigen Untergrund wird die Vegetation in der Umgebung der neuen Wasserfassung nicht vom Grundwasserspiegel beeinflusst, da dieser zu tief liegt. Denn der für den Wasserhaushalt der Pflanzen maßgebliche Bereich ist auf die sandig-lehmigen Bodenschichten über dem Kies beschränkt und die Probebohrungen haben gezeigt, dass dieser Bereich bis maximal 1,2 m Tiefe reicht.

Fertigstellung der Maßnahme

Der Eingriff in den Untergrund und somit in den Grundwasserleiter wird bis August abgeschlossen sein, die Fertigstellung und somit die Betriebsfähigkeit der neuen Sickergalerie und Fördertechnik ist bis November 2007 geplant.
Kosten der neuen Wasserfassung rund eine Million Euro.

 

 

 

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